suna
Thursday, 16. February 2012
what happened?


carole,
I think this is where it all began – the feeling, touching, making, doing that is so much a part of us.... Do you remember how important it was?
love
glenn
merry christmas
95


ein altes buch aus einem bestand an alten büchern ist mit dieser widmung versehen in meinem postfach gelandet, es in händen zu halten, fühlt sich nicht richtig an.

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Saturday, 28. January 2012
müde

seit wochen unendlich müde, seit tagen regelrecht schwächlich, immer dem schwindel nahe und einer unglaublichen, aber seltsam kraftlosen wut, einer wut, die mir vor zwei drei jahren noch gänzlich fremd war, die aber vielleicht nur das vakuum füllte, das sich unter dieser großen weltenhilflosigkeit gebildet hatte. verdampfen lassen, umwandeln, verwandeln und ruhig werden dadurch. und wenns nicht gelingt, wieder petrarca lesen, zeile für zeile, klang für klang. ein notfallsplan.

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Sunday, 22. January 2012
schnee

selten eine so ereignislose landschaft gesehen wie auf dem weg von wien raus ins waldviertel, das die creative industries jetzt zum lieblingsort erkoren haben, ohne rücksicht auf verluste kaufen sie und oder bauen sie sich häuser in der einöde, und das alleine wäre schon ein grund, diese landschaft nicht zu mögen, den brauche ich aber gar nicht erst, um dieser fassungslosen trostlosigkeit nicht besonders viel abzugewinnen, meine landschaftlichen präferenzen sind frühkindlich geprägt, nehme ich an, sind fett grüne hügeltäler, sind die alpen, die totale kargheit der kornaten, ist der bergsee, tief und schwarz und viel zu kalt zum drin schwimmen, mare e monte – nichts davon ist wiederzufinden in dieser faden waldviertellandschaft, in den zu sanften hügeln, zu flachen wäldern, im zu offenen himmel, in den keine noch so fernen gipfel pieksen. doch dann geht der regen in schnee über, in feuchtpatzige bällchen erst, in federleichte flocken später, und stunde um stunde schneit es und die landschaft und die häuser verschwinden im weiß und im nebel, ein nebelweiß, auf das die sonne schon drückt, und aus dem das schneeweiß sich zu lösen scheint. so müsste es sein, durch eine wolke zu fahren, denke ich, und dann fahren wir durch den nächsten kleinen wald, einen unspektakulären fichtenwald mit überhaushohen, eng gepflanzten, sich ums licht drängenden fichten, und der schnee ist so frisch und patzig, dass er auch die stämme entlang kleben bleibt, sie hervorstreicht aus dem mattweiß des nebels wie mit einem scharfen kreidestrich an eine schwarze tafel gemalt.

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Tuesday, 10. January 2012
.

staub und schatten

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Sunday, 8. January 2012
die außengrenze der freude

Beschwingtes Weiterpilgern stadtein, und die Freude dabei war nicht wie so viele Freuden der letzten paar Jahre. "Sag, wie waren die denn?" (Er zu sich selber.) – "Erst einmal kamen sie spärlicher. Und dann waren sie schnell wieder vorbei, abrupt. Sie brachen ab, oder ich war es, der sie abbrach, die Freuden. Und das rührte daher, daß meine Freude, indem sie sich ausbreiten wollte über mich hinaus, in einem bestimmten Moment unweigerlich an das Unglück der anderen stieß, an mein Bewußtsein vom Unglück, vom Elend und von der Verlassenheit der anderen. Es nützte nichts, mit dem Zeitunglesen und Fernsehen aufzuhören. Es war nicht allein das Bewußtsein von den Opfern der Tsunamis, der Hungersnöte, der Kriege in den zweiten und unendlichen Welten. Es genügte schon der Gedanke an meinen fernen Sohn und dessen Einsamkeit –, und ich fühlte mich mit meiner Freude im Unrecht. Und doch hatte ich gerade in der Freude am stärksten und schärfstumrissen die Vorstellung, das Bewußtsein, die Empfindung der, des andern. Zu meiner Freude, an deren Außengrenze, trat das Bedürfnis zu helfen, und indem es keine Hilfe gab, brach die Freude ab. ...

peter handke, der große fall, suhrkamp 2011, s 187

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Saturday, 7. January 2012
vor der tür

stereotyp einer security-frau: etwas untersetzt und stämmig, breitbeinig stehend, die hände in die hüften gestemmt oder eine hand am funkapparat, eine im gehen schwingend, kopf nach unten, keinen direkten blickkontakt. das hemd wölbt sich über dem gürtel, das eine seiner enden passt nicht durch die zweite schlaufe und steht vom körper weg wie ein dorn. die haare pechschwarz gefärbt, mit trägen spitzen, nicht geschminkt, die augen träge, die u-formigen wangen träge, der mund schmal und das nach vorne geschobene kinn schon bereitet für ein kratziges haar. schon beim öffnen der tür steckt sie sich die zigarette an, zum anzünden zieht sie die andere hand zum schutz heran. sie nimmt einen tiefen zug. die taube, die seit minuten auf dem geländer sitzt, auf dem sich die frau mit den breiten schultern aufstützte, würde es nicht regnen, scheißt. die frau lacht ein kehliges lachen, ihre zähne sind groß und strahlend weiß und gleichmäßig.

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Last modified: 2/16/12 7:07 PM
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by suna (4/19/11 4:52 PM)
Ich hör sogar das Lachen, wenn ich die Augen zu mach.
by boomerang (4/18/11 5:54 PM)
auch so etwas, das egal wie oft schon beobachtet nicht an wirkung verliert: sonnenschein, zwei...
by suna (4/18/11 2:37 PM)
klar.
by AnnekeW (4/5/11 10:17 PM)
endlich! und könnten diese ganzen demokratiemüden, emanzipationsmüden doofkühe endlich ihre großmäuler wieder verschließen und damit...
by suna (4/5/11 8:09 PM)
Ähnlich bei mir, nur liegen sie richtig mit Ihrem Wissensglauben.
by etcpp (2/18/11 12:31 AM)
diktum, sich bewahrheitend schlimmer geht's immer.
by suna (2/17/11 1:44 PM)
gespenstisch weil alle etwas zu wissen glauben, das gar nicht stimmt, werde ich regelrecht gemieden....
by suna (2/16/11 5:04 PM)
Herrje. An eine solche Auflösung denkt man in anderen Städten ja zuletzt.
by kid37 (2/5/11 9:07 PM)
am boden vier rettungswagen, mit denen irgendetwas nicht stimmt. eine kleine menschentraube, die binnen minuten...
by suna (2/4/11 10:37 PM)
k&d und ich wollte da ursprünglich gar nicht hin...
by suna (2/2/11 11:24 PM)
. die dinge, mit denen ich mich abfinden soll, sind entschieden zu lebendig.
by suna (1/26/11 5:01 PM)
gerechtigkeit ich denke mir manchmal menschen aus, überlege, auf welchen wegen und wie sie diese...
by suna (1/24/11 1:49 PM)
blind all die damaligen notizen sind an der anderen, verlorenen adresse verblieben, jetzt ein weiteres...
by suna (1/23/11 5:33 PM)
unter dem vulkan ungefähr jetzt vor einem jahr malcolm lowry gelesen, ihm jetzt bei mathias...
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die erbärmlichkeit dummer frauen, die glauben, ihre bloße existenz berechtige zu einem lebenslangen versorger, finanzier,...
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und zwischendurch wieder das gefühl, völlig ungeeignet zu sein für diese welt, aber zu schwach,...
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außer atem.
by suna (1/10/11 11:38 AM)

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